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Buy-and-Build im Mittelstand: Wie Sie durch gezielte Zukäufe Marktführerschaft erreichen oder Teil einer Plattform werden

Buy-and-Build ist heute die dominierende Konsolidierungsstrategie im DACH-Mittelstand. Plattformunternehmen, Add-ons und Multiple Arbitrage verständlich erklärt, mit Praxisbeispielen, Dealstrukturen und 15 FAQ.

Tobias Sutantio
Tobias Sutantio
Founding Partner
6. Mai 2026·22 Min. Lesezeit

Auf einen Blick: Buy-and-Build beschreibt eine Wachstumsstrategie, bei der ein Unternehmen (die Plattform) durch eine Reihe gezielter Zukäufe (Add-ons) zu einem deutlich größeren Anbieter ausgebaut wird. Im deutschen Mittelstand hat sich dieses Modell zu einer der prägenden Konsolidierungskräfte entwickelt. 2024 waren bereits 66,7 Prozent aller europäischen Private-Equity-Buy-outs Add-on-Akquisitionen, im ersten Quartal 2026 sogar 71,4 Prozent. Für mittelständische Unternehmer bedeutet das zweierlei: Wer selbst zukaufen will, findet günstige Bewertungsspreads und einen großen Pool potenzieller Targets. Wer verkaufen will, erhält Zugang zu professionellen Käufern, die auch Unternehmen mit weniger als einer Million Euro EBITDA strategisch einkaufen.


Was Buy-and-Build genau bedeutet

Eine Buy-and-Build-Strategie kombiniert zwei Bausteine. Den Anfang macht ein Plattformunternehmen, das eine ausreichend stabile operative und finanzielle Basis besitzt, um weitere Firmen zu integrieren. Auf dieser Plattform setzt der Investor oder Eigentümer dann eine Reihe sogenannter Add-on-Akquisitionen auf. Add-ons sind kleinere Unternehmen, die in die Plattform eingegliedert werden, um Geografien zu erweitern, Produktportfolios zu vervollständigen, Talent zu sichern oder regionale Marktanteile zu gewinnen.

Bernhard Schwetzler, Professor an der HHL Leipzig, beschreibt das Konzept im Palgrave Encyclopedia of Private Equity 2024 wie folgt:

„Bei dieser Strategie erwirbt ein Private-Equity-Fonds ein Plattformunternehmen und kauft dann sequenziell weitere Unternehmen, sogenannte Add-ons, um sie mit der Plattform zu verbinden."

Die wirtschaftliche Logik ist denkbar einfach. Plattformen werden in der Regel zu höheren Bewertungen gehandelt als Add-ons. Zwischen einem Unternehmen mit 2 Millionen Euro EBITDA und einem mit 15 Millionen Euro EBITDA klafft im DACH-Mittelstand eine Bewertungslücke von zwei bis fünf EBITDA-Multiples. Wer es schafft, mehrere kleine Einheiten unter einem Dach zu konsolidieren, hebt automatisch den Bewertungs-Multiple der Gesamtgruppe an. Diesen Effekt nennt die Fachliteratur Multiple Arbitrage.

Buy-and-Build, Roll-Up oder klassischer Buy-out?

Die drei Begriffe werden häufig synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Dinge. Ein Roll-Up ist die aggressive amerikanische Variante, bei der eine Vielzahl gleichartiger kleiner Anbieter in kurzer Zeit aufgekauft und vereinheitlicht wird. Buy-and-Build ist die strategischere Weiterentwicklung. Hier steht die Integration im Vordergrund, nicht nur die Aggregation. Ein klassischer Buy-out wiederum bezeichnet die einzelne Übernahme ohne sequenzielle Folgeakquisitionen.

Modell Anzahl Akquisitionen Integrationsgrad Typischer Investor
Klassischer Buy-out 1 hoch oder niedrig PE oder strategischer Käufer
Roll-Up 10 oder mehr mittel, fokussiert auf Kostensynergien spezialisierte Konsolidierer
Buy-and-Build 3 bis 20+ hoch, inklusive Revenue Synergien PE oder strategische Plattform

Warum Buy-and-Build den deutschen Mittelstand prägt

Drei Entwicklungen treffen aktuell aufeinander und machen Buy-and-Build zur dominanten Wertschöpfungsstrategie im DACH-Raum.

Erstens die Nachfolgewelle. Das KfW-Nachfolge-Monitoring 2025 dokumentiert, dass 545.000 mittelständische Unternehmen bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung suchen, das entspricht rund 109.000 Übergaben pro Jahr. Gleichzeitig sind 57 Prozent der deutschen Mittelstandsinhaber bereits 55 Jahre oder älter, das durchschnittliche Alter bei kurzfristigen Nachfolgeplänen liegt bei 66,5 Jahren. Dieser strukturelle Verkaufsdruck schafft einen permanenten Pool akquisitionsbereiter Unternehmen, der für mindestens ein Jahrzehnt Bestand haben dürfte.

Zweitens die Marktfragmentierung. Branchen wie Heizungs- und Sanitärtechnik, IT-Services, Dental- und Veterinärmedizin, Glasfaser-Tiefbau, Industrieservices oder Marketingagenturen sind im DACH-Raum extrem zersplittert. Allein im Bereich SHK existieren rund 36.300 Betriebe mit zusammen 50,1 Milliarden Euro Umsatz. Solche Strukturen sind ideale Konsolidierungsfelder.

Drittens das Anlagedruckkapital der Investoren. Europäische Private-Equity-Fonds verfügten 2025 über rund 434,8 Milliarden Euro nicht investiertes Kapital, sogenanntes Dry Powder. Dieses Geld muss innerhalb der Fondslaufzeit angelegt werden. Gleichzeitig ist seit der Zinswende 2022 Multiple Expansion durch reine Marktbewertung schwerer geworden. Operative Wertsteigerung durch Konsolidierung ist heute der primäre Renditehebel.

Der PwC Private Equity Trend Report 2026 hält fest: 62 Prozent der europäischen PE-Manager nennen Buy-and-Build als eine ihrer beiden wichtigsten Strategien für die kommenden Jahre. Die DBAG-Befragung im FINANCE-Midmarket-Monitor weist sogar auf 81 Prozent der DACH-Investoren hin, die Buy-and-Build als bevorzugte Wertschöpfungsmethode betrachten. Damit ist die Strategie keine Randerscheinung mehr, sondern Marktstandard.


Multiple Arbitrage: der zentrale Werthebel verständlich erklärt

Multiple Arbitrage klingt komplex, ist aber im Kern eine schlichte Rechenoperation. Sie funktioniert, weil der Markt für kleine Unternehmen weniger effizient ist als der für große. Ein Unternehmen mit einer Million Euro EBITDA wird im DACH-Mittelstand typischerweise mit dem Vier- bis Sechsfachen des EBITDA bewertet. Ein Unternehmen mit zehn Millionen Euro EBITDA derselben Branche erzielt schnell das Achtfache oder Neunfache. Wer fünf Add-ons konsolidiert, verschiebt seine Position in der Bewertungstabelle nach oben.

Eine Beispielrechnung aus dem Mittelstand

Stellen Sie sich ein Plattformunternehmen aus dem Bereich technische Dienstleistungen vor. EBITDA: 3 Millionen Euro. Einkaufsmultiple: das Siebenfache. Der Investor zahlt also 21 Millionen Euro Enterprise Value.

Über drei Jahre kauft das Unternehmen vier Add-ons. Jedes mit rund einer Million Euro EBITDA, jedes zu einem fünffachen Multiple. Vier mal fünf Millionen Euro Kaufpreis macht 20 Millionen Euro Investition für 4 Millionen Euro zusätzliches EBITDA.

Nach Integration beträgt das konsolidierte EBITDA 7 Millionen Euro. Hinzu kommen geschätzt 15 Prozent Synergien auf der Add-on-Seite, also weitere 600.000 Euro. Das macht 7,6 Millionen Euro EBITDA. Die gesamte Investition liegt bei 41 Millionen Euro. Der gewichtete Einstiegsmultiple beträgt damit 5,4. Beim Exit nach fünf Jahren steht die Gruppe bei 10 Millionen Euro EBITDA und wird als skalierte Mid-Market-Plattform mit dem Neunfachen bewertet. Das ergibt einen Verkaufspreis von 90 Millionen Euro.

Von den 49 Millionen Euro Wertzuwachs entfallen rund 36 Millionen Euro allein auf den Multiple-Sprung. Der Rest kommt aus organischem EBITDA-Wachstum. Diese Größenordnung erklärt, warum die HHL-Lancaster-Studie von Hammer einen Plattform-Premium von durchschnittlich 28 Prozent gegenüber Single-Buy-outs nachweist und die BCG-Studie „Power of Buy and Build" Renditen von 31,6 Prozent IRR für Buy-and-Build-Deals dokumentiert, gegenüber 23,1 Prozent IRR bei klassischen Stand-alone-Investments.


Buy-and-Build aus Verkäufersicht: Wenn Ihr Unternehmen das Add-on wird

Für Mittelständler 55 plus, die eine Nachfolgelösung suchen, ist der Verkauf an eine Buy-and-Build-Plattform oft eine attraktivere Option als der Verkauf an einen Strategen oder ein klassisches Private-Equity-Haus. Boris Dürr, Partner bei der Wirtschaftskanzlei Heuking, formuliert es so:

„Bei der Umsetzung von Buy-and-Build-Konzepten gelten die ansonsten bei Finanzinvestoren üblichen Mindestanforderungen an Umsatz oder Ergebnis nicht beziehungsweise sind diese deutlich geringer."

Klassische Private-Equity-Häuser kaufen erst ab rund 10 Millionen Euro EBITDA. Buy-and-Build-Plattformen interessieren sich dagegen schon für Unternehmen mit 500.000 bis 2 Millionen Euro EBITDA, wenn die strategische Logik passt. Das öffnet kleineren Mittelständlern den Zugang zu professionellen Verkaufsprozessen und institutionellen Bewertungsniveaus.

Was Sie als Verkäufer gewinnen

Der erste Vorteil ist Liquidität. Ein strukturierter Verkauf bringt Ihnen heute Kapital ins Privatvermögen, das Sie sonst über Jahre aus Gewinnausschüttungen entnehmen müssten. Der zweite Vorteil ist die Synergieprämie. Buy-and-Build-Plattformen können quantifizieren, welchen Mehrwert Ihr Unternehmen im Verbund stiftet, und sind bereit, einen Teil dieses Mehrwerts in den Kaufpreis einzupreisen.

Der dritte Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit der Rückbeteiligung. Wer einen Teil des Verkaufserlöses in die Plattform reinvestiert, partizipiert an deren weiterem Wertzuwachs. Diese sogenannte zweite Bite-at-the-Apple-Logik kann den Gesamterlös aus einem Unternehmensverkauf erheblich erhöhen, weil der Plattform-Exit nach drei bis fünf Jahren typischerweise zu deutlich höheren Multiples erfolgt.

Der vierte Vorteil ist die Lösung der Nachfolgefrage. Eine Plattform übernimmt nicht nur Ihre Anteile, sondern integriert Ihre Mitarbeiter in eine größere Struktur, sichert oft den Standort über vertragliche Zusagen ab und übernimmt schrittweise das operative Geschäft. Für viele Inhaber, die keinen familiären Nachfolger haben, ist das die humanere Lösung als die Stilllegung.

Was Sie kritisch prüfen müssen

Buy-and-Build hat zwei Seiten. Die folgenden Punkte gehören in jede Verkäufer-Checkliste, bevor Sie eine Absichtserklärung unterschreiben.

  1. Track Record des Investors. Wie viele Plattformen hat das Haus bereits aufgebaut? Wie verliefen die Exits? Sprechen Sie mit anderen Add-on-Verkäufern derselben Plattform. Reference Calls sind in der Branche üblich und sollten kein Tabu sein.
  2. Integrationsplan. Lassen Sie sich konkret zeigen, wie Ihr Unternehmen in den ersten 100 Tagen integriert werden soll. Welche Funktionen werden zentralisiert? Welche bleiben am Standort?
  3. Marken- und Standortzusagen. Wenn Ihre Marke und Ihr regionaler Sitz wichtig sind, müssen entsprechende Zusagen schriftlich in den Unternehmenskaufvertrag.
  4. Bewertungsmechanik bei der Rückbeteiligung. Zu welchem Multiple wird Ihre Reinvestition bewertet? Gibt es Liquidationspräferenzen, die zugunsten des Hauptinvestors greifen?
  5. Earn-Out-Schutz. Wenn ein Teil des Kaufpreises an zukünftige EBITDA-Werte gekoppelt ist, brauchen Sie Schutzklauseln gegen Manipulation der Bezugsgröße durch den Käufer.

Daniel Kral von Gesco fasst die Gegenseite plakativ zusammen, was es zu verhandeln gilt:

„Wenn ein Unternehmer einen Kaufpreis verlangt für die Arbeit, die wir in den nächsten Jahren leisten, wäre ich nicht geneigt, einen höheren Kaufpreis zu bezahlen."

Die Synergieprämie ist also kein Automatismus. Sie wird verhandelt. Wer ohne Wettbewerbssituation und ohne professionellen Berater an einen Buy-and-Build-Investor verkauft, lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld auf dem Tisch liegen.


Buy-and-Build aus Käufersicht: Wann Ihr Unternehmen zur Plattform wird

Die andere Perspektive ist mindestens ebenso interessant. Wenn Sie selbst einen mittelständischen Betrieb führen und sich strategisch fragen, ob Sie nicht statt zu verkaufen besser zukaufen sollten, ist die Frage nach der Plattformfähigkeit zentral.

Voraussetzungen für eine Plattform

Eine schwache Plattform lässt sich durch Add-ons nicht reparieren. Im Gegenteil, jede Akquisition verstärkt strukturelle Schwächen. Diese Erfahrung haben viele PE-Häuser teuer bezahlt. Bevor Sie eine Buy-and-Build-Strategie ernsthaft verfolgen, sollte Ihr Unternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen.

  • Saubere monatliche Reporting-Strukturen mit Kostenstellenrechnung und einer Bilanz, die sich auch externen Investoren erschließt
  • Eine zweite Führungsebene, die operativ unabhängig vom Inhaber funktioniert
  • Ein ERP-System, das weitere Standorte aufnehmen kann, ohne dass jede Akquisition eine separate IT-Insellösung wird
  • Eine Marktposition, die einen klaren USP gegenüber den potenziellen Add-ons darstellt
  • Ausreichende Working-Capital-Disziplin, sodass die Cash-Conversion über 70 Prozent liegt
  • Ein klares Zielbild für den Endzustand der Gruppe in fünf Jahren

Christian Futterlieb von VR Equitypartner formuliert den letzten Punkt entscheidend:

„Das Wichtigste ist ein klares Zielbild. Wie sollen das Geschäftsmodell und die Organisation des Unternehmens nach der Umsetzung der Buy-and-Build-Strategie in etwa fünf Jahren aussehen und welche Schritte müssen wir dafür gehen?"

Wer ohne dieses Zielbild zu kaufen beginnt, läuft in das klassische Sammler-Problem. Drei Add-ons später hat man drei verschiedene ERP-Systeme, drei Lohnabrechnungsstellen, drei Markenauftritte und keine echte Synergie realisiert.

Die Finanzierungsfrage

Akquisitionen kosten Geld. Im aktuellen Zinsumfeld 2025 und 2026 hat sich die Finanzierungslandschaft deutlich verschoben. Wo vor wenigen Jahren noch 25 bis 40 Prozent Eigenkapital reichten, verlangen deutsche Hausbanken heute 40 bis 55 Prozent. Senior-Debt-Konditionen liegen bei EURIBOR plus 250 bis 425 Basispunkte. Unitranche-Finanzierungen aus Debt-Fonds sind zwar verfügbar, kosten aber 9 bis 11 Prozent All-in.

Praktisch heißt das, dass die meisten mittelständischen Plattformbauer mit einer Mischfinanzierung arbeiten. Klassisch sind 35 bis 45 Prozent Eigenkapital, ergänzt um Bank-Senior-Debt, ein Verkäuferdarlehen vom abgebenden Unternehmer und in einigen Fällen einen Earn-Out, der einen Teil des Kaufpreises an zukünftige Ergebnisse koppelt. Vendor Loans sind nachrangig zur Bankfinanzierung und werden mit 6 bis 10 Prozent verzinst.

Wer schneller skalieren will, geht den Weg über einen Private-Equity-Partner. Dieser bringt nicht nur Kapital, sondern auch ein Netzwerk an potenziellen Add-on-Targets, einen 100-Tage-Plan, Operating Partner mit Branchenerfahrung und Zugang zu institutionellen Finanzierungspartnern.

Wann ein PE-Partner sinnvoll ist und wann nicht

Sinnvoll ist die Partnerschaft, wenn Sie mehrere Add-ons in drei bis fünf Jahren akquirieren wollen, das Eigenkapital für mehrere Akquisitionen aus eigener Kraft nicht reicht, eine Internationalisierung Teil der Strategie ist, oder wenn Sie ohnehin einen Teilexit anstreben und auf der Plattform-Ebene reinvestieren wollen.

Nicht sinnvoll ist die Partnerschaft, wenn Sie langfristig eigenständig bleiben möchten, wenn die Branche zyklisch ist und kein klares Konsolidierungsnarrativ trägt, oder wenn die kulturelle Distanz zwischen Mittelstands-DNA und institutionellem Investor so groß ist, dass Konflikte vorprogrammiert sind.


Vom Erstgespräch bis zum Closing: Der typische Prozess

Ein Buy-and-Build-Prozess dauert in der Regel drei bis neun Monate, je nach Komplexität und ob es sich um die Plattform-Akquisition oder ein Add-on handelt. Die folgenden Phasen kommen praktisch immer vor.

Phase 1: Vorbereitung und Vendor Due Diligence (4 bis 8 Wochen) Aufbereitung der Finanzkennzahlen mit dokumentiertem EBITDA-Bridging, Vorbereitung des Datenraums, Erstellung eines Information Memorandums. Diese Phase entscheidet maßgeblich über den späteren Verkaufspreis. Saubere EBITDA-Adjustments können den Wert um 20 bis 50 Prozent heben.

Phase 2: Käuferansprache und Auswahl (4 bis 6 Wochen) Strukturierter Prozess mit Long List, Short List und einer kontrollierten Wettbewerbssituation. Der Bieterwettbewerb hebt den Verkaufspreis erfahrungsgemäß um 15 bis 30 Prozent gegenüber bilateralen Verhandlungen.

Phase 3: Indikative Angebote und Management-Präsentationen (4 bis 6 Wochen) Die ernsthaften Interessenten geben unverbindliche Angebote ab. Die zwei oder drei besten werden zu Management-Meetings eingeladen, in denen sich Verkäufer und potenzielle Käufer persönlich kennenlernen.

Phase 4: Due Diligence und finale Verhandlung (6 bis 8 Wochen) Der ausgewählte Käufer prüft das Unternehmen rechtlich, steuerlich, finanziell und operativ. Parallel werden die Eckpunkte des Unternehmenskaufvertrags ausgehandelt.

Phase 5: Signing und Closing (4 bis 6 Wochen) Vertragsunterzeichnung und Vollzug der Transaktion. Zwischen Signing und Closing liegen typischerweise einige Wochen, in denen Vollzugsbedingungen wie kartellrechtliche Freigaben oder Finanzierungsabrufe abgearbeitet werden.


Verkäuferdarlehen, Earn-Out, Rückbeteiligung: Die wichtigsten Dealstrukturen

Selten wird der Kaufpreis bei einem Buy-and-Build-Deal vollständig in bar gezahlt. Die folgenden Strukturen sind im Mittelstandssegment Standard und sollten Sie kennen, bevor Sie an den Verhandlungstisch gehen.

Verkäuferdarlehen. 10 bis 25 Prozent des Kaufpreises bleiben als nachrangiges Darlehen beim Verkäufer. Verzinsung typisch 6 bis 10 Prozent pro Jahr, Laufzeit drei bis sieben Jahre. Vorteil für den Käufer: weniger Bankfinanzierung nötig. Vorteil für den Verkäufer: Verzinsung deutlich über aktuellen Anleihesätzen. Risiko: Nachrangigkeit gegenüber den Banken. Bei Insolvenz des Erwerbers besteht das Risiko des Totalausfalls.

Earn-Out. Ein Teil des Kaufpreises ist an die Erreichung bestimmter EBITDA- oder Umsatzziele in den nächsten zwei bis drei Jahren geknüpft. Im Mittelstand sind Anteile von 15 bis 25 Prozent des Gesamtkaufpreises üblich. Earn-Outs können ein faires Instrument sein, um Bewertungslücken zu überbrücken, sind aber konfliktträchtig. Wer als Verkäufer keine Kontrolle mehr über das Geschäft hat, ist auf die Loyalität des Käufers angewiesen, die EBITDA-Bezugsgröße nicht zu manipulieren. Schutzklauseln, etwa die Begrenzung von zentralen Kostenumlagen oder eine Acceleration bei Eigentümerwechsel, sind essenziell.

Rückbeteiligung. Der Verkäufer reinvestiert einen Teil des Kaufpreises in das Käuferkonsortium, häufig auf Plattform-Ebene. Üblich sind 5 bis 25 Prozent des Verkaufserlöses. Die Reinvestition erfolgt steuerneutral nach § 21 Umwandlungssteuergesetz, wenn die Strukturierung sauber gemacht ist. Vorteil für den Verkäufer: Partizipation am Plattform-Exit, der typischerweise nach drei bis fünf Jahren zu deutlich höheren Multiples erfolgt. Risiko: Die Reinvestition ist unternehmerisches Kapital. Wenn die Plattform scheitert, ist das Geld weg.

Das Zusammenspiel dieser Komponenten entscheidet über die wahre Höhe Ihres Verkaufserlöses. Ein nominal höherer Kaufpreis mit großem Earn-Out und großer Rückbeteiligung kann am Ende weniger Cash-Liquidität bedeuten als ein niedrigerer Preis mit hoher Cash-Komponente.


Welche Branchen sich besonders eignen

Nicht jede Branche ist gleich gut für eine Buy-and-Build-Strategie geeignet. Drei Merkmale müssen zusammenkommen.

Erstens muss der Markt fragmentiert sein. Eine Branche mit drei dominanten Anbietern und tausend kleinen lässt sich konsolidieren. Eine Branche mit fünf großen und keinen kleinen nicht.

Zweitens müssen Synergien quantifizierbar sein. Wo nur eine ähnliche Tätigkeit verrichtet wird, ohne dass sich Einkauf, IT, Verwaltung oder Vertrieb wirklich bündeln lassen, bleibt Buy-and-Build eine reine Aggregations-Übung ohne Wertzuwachs.

Drittens braucht es einen strukturellen Nachfragetreiber. Demografie, Regulierung, Energiewende oder Digitalisierung bieten solche Treiber. Eine schrumpfende Branche bietet sie nicht.

Aktuell besonders aktiv im DACH-Raum sind:

  • Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik (Treiber: Gebäudeenergiegesetz, Wärmepumpe). Builtech wuchs in sieben Jahren von wenigen Standorten auf über 50 integrierte Betriebe und wurde 2025 für mehrere hundert Millionen Euro an die niederländische VDK Groep verkauft.
  • Veterinärmedizin und Dental-MVZ. IVC Evidensia, AniCura und zahneins haben den Markt für Tier- und Zahnarztpraxen in den letzten zehn Jahren grundlegend umgestaltet.
  • IT-Services und Systemhäuser. Cancom, Highberg und citadelle konsolidieren einen Markt mit über 2.000 mittelständischen Anbietern.
  • Glasfaser- und Energie-Infrastrukturbau. Vitronet wuchs unter DBAG-Beteiligung von 42 Millionen Euro Pro-forma-Umsatz auf über 500 Millionen Euro mit rund 2.700 Mitarbeitern.
  • B2B-SaaS und Vertical Software. Solvares konsolidiert Field-Service-Optimierung mit 73 Prozent wiederkehrenden Umsätzen.
  • Industrieservices und Spezialtiefbau. Die TERRAS-Gruppe steigerte ihr EBITDA in wenigen Jahren von rund 4 Millionen auf 27 Millionen Euro.

Weniger geeignet sind dagegen Branchen mit hoher Inhaberbindung wie Gastronomie und Erziehung, reine Lohnfertigung mit dünnen Margen oder Projektgeschäft, das stark vom persönlichen Beziehungsnetz des Inhabers lebt.


So finden Sie den passenden Buy-and-Build-Investor

Wer als Verkäufer in den Markt geht, sollte den Käuferkreis sorgfältig kuratieren. Ein guter M&A-Berater kennt die aktiven Plattformen in Ihrer Branche und kann eine Long List von 30 bis 80 potenziellen Käufern erstellen, die strategisch, finanziell und kulturell passen könnten.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl:

  • Branchenfokus. Hat die Plattform bereits Erfahrung mit Unternehmen Ihrer Größe und Ihres Geschäftsmodells?
  • Sponsorenstabilität. Wie lange hält das PE-Haus Beteiligungen typischerweise? Wann steht der nächste Fonds an?
  • Operating Capabilities. Verfügt die Plattform über echte Integrationskompetenz oder kauft sie nur zusammen, was sie findet?
  • Finanzielle Solidität. Wie hoch ist der Verschuldungsgrad der Gruppe? Welche Cash-Reserven stehen zur Verfügung?
  • Track Record bei Add-on-Verkäufern. Was berichten frühere Verkäufer über die Verlässlichkeit der Zusagen? Wurden Standorte erhalten, wurden Mitarbeiter integriert?

Wer ohne professionelle Beratung verkauft, läuft Gefahr, an den falschen Käufer zu geraten. Ein einziger Anrufer, der „jemanden kennt, der Ihre Firma kaufen würde", produziert selten den optimalen Verkaufserlös. Strukturierte Bieterverfahren mit drei bis fünf vorqualifizierten Plattformen erzielen in der Praxis Multiples, die 15 bis 30 Prozent über bilateralen Verhandlungen liegen.


Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Aus über 15 Jahren Erfahrung im Mittelstands-M&A lassen sich die typischen Fehlerquellen klar benennen. Drei Bereiche dominieren.

Auf Käuferseite ist der häufigste Fehler die Akquisition unter Druck. Ein PE-Haus drängt auf schnelle Kapitalanlage, der CEO der Plattform hat einen kurzen Zeithorizont, und die Due Diligence wird zur Formalie. Acht von zehn gescheiterten Buy-and-Build-Storys lassen sich auf diese Phase zurückführen. Eine Akquisition, die nicht in das Zielbild passt, kostet später ein Vielfaches dessen, was eine zusätzliche Suchrunde gekostet hätte.

Der zweite typische Käuferfehler ist die Unterschätzung der Integrationskomplexität. Ab dem dritten Add-on steigt die Komplexität exponentiell. Wer keine eigene Integrations-Funktion mit dediziertem Verantwortlichen aufbaut, riskiert IT-Zoo, Reporting-Chaos und Fluktuation der Schlüsselkräfte. Studien aus der Strategieberatung zeigen, dass über 70 Prozent der Post-Merger-Integrationen die geplanten Synergien nicht vollständig realisieren.

Auf Verkäuferseite ist der häufigste Fehler die fehlende Vorbereitung. Wer ohne Vendor Due Diligence in Verhandlungen geht, gibt dem Käufer alle Argumente, den Preis nach unten zu verhandeln. Jedes ungeklärte Risiko, jede fehlende Dokumentation, jeder offene Steuersachverhalt drückt den Verkaufspreis um typischerweise das Drei- bis Fünffache des Risikobetrags.

Convivo, eine Pflegeheimkette aus Bremen, ist ein bekanntes Beispiel für eine gescheiterte Buy-and-Build-Strategie. Das Unternehmen wuchs auf 100 Einrichtungen mit 4.800 Mitarbeitern und 187 Millionen Euro Umsatz, geriet aber durch Übernahmen schwacher Einrichtungen, fallende Belegungsraten und steigende Personalkosten in eine Schieflage, die 2023 in der Insolvenz endete. Die Lehre: Zu schnelles Wachstum mit hoher Fremdkapitalquote ist im Mittelstand riskant, vor allem in regulierten Branchen mit dünnen Margen.


Häufig gestellte Fragen zu Buy-and-Build im Mittelstand

Was ist Buy-and-Build einfach erklärt?

Buy-and-Build ist eine Wachstumsstrategie, bei der ein Plattformunternehmen durch eine Reihe gezielter Zukäufe (Add-ons) zu einem deutlich größeren Anbieter ausgebaut wird. Ziel ist es, Marktanteile zu gewinnen, Synergien zu heben und durch Multiple Arbitrage einen höheren Unternehmenswert zu erzielen.

Was ist der Unterschied zwischen Plattformunternehmen und Add-on?

Das Plattformunternehmen ist die initiale, größere Akquisition, die als operative Basis dient. Es muss professionelle Reporting-Strukturen, eine zweite Führungsebene und eine skalierbare IT haben. Add-ons sind kleinere Folgeakquisitionen, die in die Plattform integriert werden, um Geografie, Produktportfolio oder Kundenzugang zu erweitern. Plattformen werden zu höheren Multiples bewertet als Add-ons.

Welche Multiples zahlen Buy-and-Build-Investoren typischerweise?

Im DACH-Mittelstand liegen die Multiples für Plattformen mit 5 bis 10 Millionen Euro EBITDA bei dem Sechs- bis Achteinhalbfachen, für klassische Industrieunternehmen. Software- und IT-Services-Plattformen erzielen das Neun- bis Dreizehnfache. Add-ons mit unter 2 Millionen Euro EBITDA werden in der Regel mit dem Drei-einhalb- bis Fünf-einhalbfachen bewertet, Add-ons mit 2 bis 5 Millionen Euro EBITDA mit dem Fünf- bis Siebenfachen. Die Spreads zwischen Plattform und Add-on liegen typisch bei zwei bis fünf EBITDA-Multiples.

Lohnt sich der Verkauf an eine Buy-and-Build-Plattform für mein Unternehmen mit fünf Millionen Euro Umsatz?

Ja, in den meisten Fällen. Buy-and-Build-Plattformen interessieren sich für Unternehmen mit 500.000 Euro EBITDA aufwärts, wenn die strategische Logik passt. Im Vergleich zum Verkauf an einen lokalen Wettbewerber oder einen einzelnen Käufer erhalten Sie über einen strukturierten Prozess Zugang zu mehreren professionellen Käufern und damit eine bessere Verhandlungsposition.

Was ist Multiple Arbitrage?

Multiple Arbitrage beschreibt den Effekt, dass kleine Unternehmen zu niedrigeren Bewertungsmultiples gehandelt werden als große. Wer mehrere kleine Einheiten zu einer größeren Gruppe konsolidiert, hebt automatisch den Multiple der Gesamtgruppe an. Beim Exit wird die konsolidierte Gruppe mit einem höheren Multiple bewertet als der gewichtete Durchschnitt der Einzelakquisitionen.

Welche Branchen eignen sich besonders für Buy-and-Build?

Stark fragmentierte Märkte mit wiederkehrenden Umsätzen, klaren Skaleneffekten im Backoffice und strukturellen Nachfragetreibern. Aktuell aktiv: Heizungs- und Sanitärtechnik, IT-Services, Dental- und Veterinärmedizin, Glasfaser-Tiefbau, B2B-Software und Industrieservices. Weniger geeignet: stark inhabergebundene Dienstleistungen, reine Lohnfertigung und Projektgeschäft.

Was passiert mit meinen Mitarbeitern nach einem Verkauf an eine Buy-and-Build-Plattform?

Mitarbeiter gehen nach § 613a BGB automatisch auf den Erwerber über. Die Plattform integriert die Beschäftigten in ihre Strukturen, häufig mit zentralisierten Backoffice-Funktionen wie Buchhaltung, IT und HR über zwölf bis 24 Monate. Schlüsselmitarbeiter erhalten oft Retention-Boni in Höhe von 25 bis 100 Prozent des Jahresgehalts. Operative Mitarbeiter und der Standort bleiben in der Regel erhalten, weil dort die Wertschöpfung stattfindet.

Bleibe ich nach dem Verkauf noch im Unternehmen tätig?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Klassische Übergangsphasen liegen bei sechs bis 24 Monaten. Wenn Sie eine Rückbeteiligung halten, ist eine längere operative Mitarbeit häufig erwünscht, aber nicht zwingend. Wer aus Altersgründen verkauft, kann auch eine deutlich kürzere Übergabe vereinbaren.

Welche Vorteile hat ein Verkauf an eine Buy-and-Build-Plattform gegenüber einem strategischen Käufer?

Buy-and-Build-Plattformen sind oft strukturierter und schneller im Prozess als strategische Käufer, weil sie regelmäßig akquirieren. Sie zahlen häufig eine Synergieprämie, weil sie konkret quantifizieren können, welchen Mehrwert Ihr Unternehmen im Verbund stiftet. Strategische Käufer dagegen sehen nur ihren eigenen Synergiekreis und teilen die Synergien selten in der Bewertung mit dem Verkäufer.

Welche Risiken birgt Buy-and-Build für den Verkäufer?

Die wichtigsten Risiken sind: Verlust unternehmerischer Eigenständigkeit, mögliche Marken- oder Standortveränderungen nach Integration, Earn-Out-Risiken bei Zielverfehlung, Bonitätsrisiken beim Verkäuferdarlehen und das Risiko der Rückbeteiligung, falls die Plattform scheitert. Saubere vertragliche Absicherung dieser Risiken ist Pflicht.

Wie lange dauert ein Buy-and-Build-Prozess von Erstkontakt bis Closing?

Im Mittelstand typischerweise drei bis neun Monate, abhängig von der Komplexität. Vorbereitung und Vendor Due Diligence vier bis acht Wochen, Käuferansprache und Auswahl vier bis sechs Wochen, indikative Angebote und Management-Präsentationen vier bis sechs Wochen, Due Diligence und finale Verhandlung sechs bis acht Wochen, Signing bis Closing vier bis sechs Wochen.

Was ist eine Rückbeteiligung und wie hoch ist sie üblich?

Bei einer Rückbeteiligung reinvestiert der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises in das neue Käuferkonsortium, oft auf Plattform-Ebene. Üblich sind 5 bis 25 Prozent des Verkaufserlöses. Die Reinvestition erfolgt steuerneutral nach § 21 Umwandlungssteuergesetz. Sie partizipieren damit am späteren Plattform-Exit, der typischerweise nach drei bis fünf Jahren zu höheren Multiples erfolgt.

Was kostet ein M&A-Berater bei einer Buy-and-Build-Transaktion?

Marktüblich im Mittelstandssegment sind monatliche Retainer von 3.000 bis 10.000 Euro plus eine Erfolgsprovision von 3 bis 7 Prozent des Transaktionsvolumens, mit einem Mindesthonorar von 100.000 bis 150.000 Euro. Die Erfolgsprovision finanziert sich in der Regel aus dem Mehrerlös, den ein professionell strukturierter Prozess gegenüber einem bilateralen Verkauf erzielt.

Wie wird mein Unternehmen für eine Buy-and-Build-Transaktion bewertet?

Die Standardmethoden sind das EBITDA-Multiple-Verfahren und das Discounted-Cash-Flow-Verfahren. Im Mittelstand dominiert das Multiple-Verfahren. Berechnet wird das normalisierte EBITDA der letzten zwölf Monate, multipliziert mit dem branchenspezifischen Multiple. Bewertungstreiber sind: Ertragsstabilität, Wachstum, Marktposition, Inhaberunabhängigkeit, Kundenstruktur, wiederkehrende Umsätze und Synergiepotenzial mit dem Käufer.

Was passiert nach dem Exit der Plattform mit meinem Unternehmen?

Wenn Sie eine Rückbeteiligung halten, erhalten Sie beim Exit der Plattform Ihren Anteil am Verkaufserlös. Die Plattform wird üblicherweise an einen größeren PE-Investor, einen strategischen Käufer oder über ein Initial Public Offering verkauft. Ihre frühere operative Einheit bleibt in der Regel Bestandteil der weiterverkauften Gruppe.

Fazit: Wann Buy-and-Build die richtige Lösung ist

Buy-and-Build ist heute keine Nischenstrategie mehr, sondern Marktstandard im DACH-Mittelstand. Für Unternehmer, die über die Zukunft ihres Lebenswerks nachdenken, eröffnet die Strategie zwei Wege.

Der erste Weg führt zur Plattform. Wer ein professionell aufgestelltes Unternehmen mit zweiter Führungsebene und sauberen Strukturen führt, kann selbst zum Konsolidierer werden. Mit oder ohne Private-Equity-Partner, je nach Ambition und Kapitalbedarf. Die strukturelle Marktentwicklung mit hunderttausenden potenziellen Add-on-Targets durch die Nachfolgewelle macht diesen Weg in den nächsten zehn Jahren besonders aussichtsreich.

Der zweite Weg führt in das Add-on. Für die meisten mittelständischen Unternehmer in der Größenordnung 500.000 Euro bis 5 Millionen Euro EBITDA ist dies der realistischere und oft attraktivere Pfad. Buy-and-Build-Plattformen sind strukturierte Käufer, die professionelle Prozesse fahren, faire Bewertungen zahlen und durch Synergieprämien sowie Rückbeteiligungsmodelle Erlöse ermöglichen, die ein lokaler Käufer selten bietet.

Entscheidend ist in beiden Fällen die Qualität der Vorbereitung. Wer ohne Strategie zukauft, scheitert. Wer ohne professionelle Vorbereitung verkauft, lässt Geld auf dem Tisch.


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Über den Autor: Tobias Sutantio ist Gründer und Geschäftsführer von NORDVISORY. Mit langjähriger Erfahrung in M&A und Corporate Finance berät er Unternehmer und Familienunternehmen bei Unternehmensverkäufen, Akquisitionen und Nachfolge im DACH-Raum. Tobias begleitet seine Mandanten persönlich durch jeden Schritt der Transaktion.

Dieser Artikel wurde am 6. Mai 2026 veröffentlicht und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die genannten Multiples und Marktdaten sind Durchschnittswerte und können im Einzelfall abweichen.

Quellen und weiterführende Literatur: KfW Nachfolge-Monitoring 2025 (Schwartz/Gerstenberger, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, Januar 2026); BCG/HHL „Power of Buy and Build" (Brigl/Schwetzler 2016); PwC Private Equity Trend Report 2026; Bain Global PE Report 2024–2026; HHL Palgrave Encyclopedia of Private Equity 2024; PitchBook European PE Breakdown Q1 2026; BVK Statistik 2024; DBAG Geschäftsbericht / FINANCE Midmarket-Monitor 2025; Heuking Kühn Lüer Wojtek (Dürr) zu rechtlichen Aspekten von Buy-and-Build.

Tobias Sutantio
Geschrieben von
Tobias Sutantio
Founding Partner

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